Das neue Clubhaus, welches in seiner jetzigen Form im Dezember 2002 endgültig fertiggestellt wurde, ist das Ergebnis einer mühsamen und langwierigen Planungsphase. Erste Überlegungen zu einem Neu- oder Umbau des alten Vereinsheimes sind bereits im März 1998 im Vorstand unter der Leitung des Vorsitzenden Alfred Friedrich entstanden. Zum damaligen Zeitpunkt war die Fußballabteilung mit 12 Mannschaften und 160 Jugendlichen im Spielbetrieb vertreten. Aufgrund des zu erwartenden Wachstums des Baugebietes am Roth und der umliegenden Stadtteile erschien das Raumangebot des Clubhauses mit nur zwei Kabinen als nicht zukunftsfähig. Auch die persönlichen Gespräche von Alfred Friedrich mit Vertretern eines Fußballvereins aus der Region, die ihrerseits ein ähnlich großes Projekt bereits umgesetzt hatten, führten letztlich dazu, dass ein Anforderungsprofil für die weitere Planung erforderlich ist.
Ein Planungsbüro wurde mit der Erstellung dieses Anforderungsprofils beauftragt, das im Juni zwei Alternativen vorlegte, die sich mit einem Um- und Anbau des vorhandenen Traktes beschäftigte während die zweite Alternative einen Neubau in Höhe der Mittellinie vorsah. Beide Alternativen machten deutlich, dass ein geschätztes Kostenvolumen von 650-950.000 DM alleine nicht aus Vereinsmitteln finanzierbar ist. Erste Gespräche mit dem damaligen Bürgermeister Richard Hofmann und dem ersten Stadtrat Peter Reus führten im Oktober 1998 dazu, dass eine Kostenbeteiligung der Stadt nicht in dem erforderlichen Umfang möglich sei, obwohl das Sportgelände und das Clubhaus städtisches Eigentum sind. Weitere Gespräche mit der Stadt, den politischen Fraktionen und dem Bremthaler Ortsbeirat führten dazu, dass eine eigene Planung und Kostenkalkulation der Stadt Eppstein durch Alwin Dörr im März 1999 vorgelegt wurde, welche Kosten in Höhe von 665.000 DM vorsah. Im April 1999 wurde seitens des Vorstandes beschlossen, sich unter der Federführung der Stadt an den Kosten mit 250.000 DM zu beteiligen, wenn der Maßnahme in der Stadtverordnetenversammlung zugestimmt wird. Bis zum 17. September 1999 folgten zahlreiche weitere Gespräche und eine Ortsbegehung mit Entscheidungsträgern aus den Fachausschüssen der Stadt und dem Bremthaler Ortsbeirat, um die Entwicklung und Struktur des Vereins aufzuzeigen. Bis zu diesem 17. September 1999 beschreibt Alfred Friedrich eine positive Grundeinstellung der handelnden Personen, dass die Maßnahme notwendig erscheint und an diesem Tag zur Entscheidung in der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden soll. Die Vorlage wird abgelehnt mit dem Verweis, dass erst weitere Alternativen geprüft werden sollen.
Trotz dieses herben Rückschlages verfolgte der Vorstand weiter das ehrgeizige Ziel, einen erneuten Anlauf erfolgreich zu gestalten. Weitere drei (!) Architekten wurden durch die Stadt beauftragt, nach kostengünstigeren Alternativen zu suchen. Das Ergebnis war insofern niederschmetternd, als dass es keinem Architekten gelungen war, auf Basis des Anforderungsprofils eine günstigere Möglichkeit aufzuzeigen als die bereits vorgelegte. Im Februar 2000 wurde nach intensiven Verhandlungen und Gesprächen mit Bürgermeister Hofmann, Stadtrat Reus und Mandatsträgern der politischen Fraktionen beschlossen, die Vorlage erneut in der Stadtverordnetenversammlung am 7. April 2000 vorzulegen. An diesem Tag fand der Vorschlag die erforderliche Mehrheit und der Startschuss für die noch folgenden Arbeiten war gefallen.
Am 26. Mai 2000 wurden die Mitglieder in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Schützenhof über das Vorhaben in Kenntnis gesetzt, welches auch im Jahr 2000 noch begonnen werden sollte. Auch wurde hier der Bauausschuss unter der Leitung von Thomas Köhler gegründet, um die Maßnahme von Vereinsseite fachlich zu unterstützen.
Die vereinbarte Eigenbeteiligung des Vereins teilte sich auf in Eigenkapital, Eigenleistungen der Mitglieder, Zuschüsse des Landessportbundes und Sponsoren, die sehr erfolgreich für dieses Projekt gewonnen werden konnten. Durch die Vorstandsmitglieder wurden in mühsamer Kleinarbeit gezielt die Mitglieder, Firmen, Freunde und Gönner angesprochen, um einen symbolischen Baustein zum Stückpreis von 100 DM zu verkaufen.
Mit Beginn des Erdaushubes im Oktober 2000 wurde der Rohbau bis Juni 2001 fertiggestellt, so dass im Anschluss daran die Eigenleistungen des Vereines, immerhin ein geplantes Volumen von 90.000 DM, unter der Regie von Siegfried Düben in Zusammenarbeit mit Thomas Köhler und vielen fleißigen Helfern erbracht werden konnten. Die zahlreichen Gewerke sind in ca. 2.000 Arbeitsstunden geleistet worden, bevor das neue Clubhaus am 15. Juni 2002 im Rahmen eines Sponsoren- und Helferfestes offiziell eingeweiht wurde.
Wer zu diesem Zeitpunkt dachte, dass die Arbeiten damit beendet wären, irrte gewaltig, da unmittelbar anschließend der zweite Bauabschnitt begonnen wurde. Bei diesem Projekt wurde bis Dezember 2002 der alte Clubraum in eine große, neue Kabine mit Duschraum umgebaut und auch die Schiedsrichterkabine vergrößert. Die finale Abrechnung mit der Stadt im März 2003 ergab, dass das enorme persönliche Engagement des heutigen Archivars Siegfried Dübens mit der großen Unterstützung von zahlreichen Helfern sogar dazu geführt haben, dass die geplante Eigenleistung deutlich übererfüllt wurden.