Die erste Umkleidekabine

Die Kleider hingen an einem großen Birnbaum, der Sportplatz glich im Spätherbst und Frühjahr oft einer Schlammwüste und entsprechend ver­schmutzt war auch die Spielkleidung. Die Spieler mussten zum damaligen Vereinslokal „Zum Adler" am anderen Ende des Dorfes und später zum „Gasthaus Schützenhof", um sich in den dortigen Waschküchen mit kaltem Wasser einigermaßen zu säubern. 1962 entschloss sich der Vorstand, eine Unterkunft am Sportplatz zu errichten. Gelder aus Fördermittel gab es aber nur für Bauten einer gewissen Größen­ordnung, die sich der junge Verein bei seinen äußerst bescheidenen Eigenmit­teln nicht leisten konnte. Man ließ sich jedoch nicht entmutigen und beschloss in Eigenhilfe zu bauen. Ein Architekt, der zufällig für die Gemeinde arbeite­te, stellte aus seinen Unterlagen die Planskizze für ein kleines Häuschen zur Verfügung. Es gab aber weder eine Baubeschreibung noch eine statische Berechnung, geschweige denn eine Baugenehmigung. Nicht nur deswe­gen hatte man von Anfang an mit gro­ßen Problemen zu kämpfen. Alle Arbeiten mussten von Hand ausge­führt werden. Es gab weder Strom noch Wasser. Letzteres wurde zum Bei­spiel mit einem Jauchewagen herange­schafft, der aber nur am Wochenende zur Verfügung stand. Auch die Arbeitsgeräte mussten die Helfer selbst mitbringen. Allen Widrigkeiten zum Trotz gelang es aber Ludwig Hilge und seinen fleißigen Helfern, den Roh­bau zu erstellen. Da aber die finanziel­len Mittel des Vereins völlig aufgebraucht waren, war an einen Innenaus­bau nicht zu denken, bis dann die Gemeinde helfend eingriff. Im Geschäftsbericht 1965 des 1. Vorsitzen­den heißt es dazu: „... dass es uns in häufigen persönlichen und schriftli­chen Vorsprachen bei der Gemeinde­verwaltung und den Fraktionen gelun­gen ist, die Finanzierung der Umklei­dehalle auf dem Sportplatz nun doch noch zu sichern." Die Verlegung von Strom- und Wasserleitung bis zum Gebäude verschlang jedoch einen Großteil der bereitgestellten Mittel. Mit dem Stromanschluss ging es dann aber zügig voran. Die Elektroinstallation wurde von Horst Wittal, Georg Ick­stadt und Richard Kaus in Eigenhilfe durchgeführt, Manfred Kaus und Georg Ickstadt besorgten kostenlos Fensterläden und auch die Wasserin­stallation und Fertigstellung der Duschräume konnte die SGB in Eigen­mittel bewerkstelligen. Für Mobiliar reichte es aber nicht mehr, zumal man dank des Stromanschlusses auch eine Trainingsbeleuchtung am Sportplatz in Eigenhilfe errichtete, wofür jeder Spie­ler 3 m Kabelgraben ausheben musste. So war man froh, dass unser ehemali­ger Vereinswirt Georg Ernst seine alten Bänke und Stühle kostenlos zur Verfü­gung stellte. Diese taten einige Jahre ihren Dienst, bevor der Verein mit Ei­genmitteln neues Mobiliar anschaffen konnte. 1976/77 ließ dann die Gemein­de Bremthal das Gebäude renovieren. Es bekam endlich einen Außenputz, eine Ölheizung wurde eingebaut, die Duschräume umgestaltet und von Grund auf erneuert, ein Klubraum sowie ein Schiedsrichterraum und Außentoiletten für die Sportplatzbesucher wurden angebaut. Seitens des Vereins wurden Böden und Wände der Umkleidekabinen gefliest und unter Regie von Werner Preußer und Georg Moldenhauer der Klubraum mit Holz­decke, Theke, etc. ausgebaut. Ein Lie­fervertrag mit der Brauerei Henninger sorgte für das Inventar. Walter Becker verziert das Gebäude mit einer schö­nen schmiedeeisernen Beschriftung. Zum 40. Jubiläum des Vereins 1995 stattete die Stadt Eppstein die Kabinen mit neuen Bänken aus. Aufgrund der ständig steigenden Mitgliederzahl vor allem im Jugendbereich zeigte sich schon bald, dass die Kapazität der Anlage nicht mehr ausreichte. Man begann deshalb seitens des Vereins Rücklagen zum Zwecke eines größeren Neubaues zu bilden und legte damit den Grundstein für unser neues Ver­einsheim.