Der erste Sportplatz

Schon bei der Gründung des Vereins waren sich die Initiatoren bewusst, dass die Sportplatzfrage ein Problem werden würde, denn besonders die Bauernschaft war von der Idee eines Bremthaler Fußballvereins nicht gera­de begeistert. Zwar konnte sehr schnell ein Mietvertrag mit dem TSV Vockenhausen abgeschlossen werden, der die Benutzung dessen Platzes für die Heimspiele gestattete, doch war dies schon im Hinblick auf die fehlen­de Verkehrsverbindung — zu jedem Spiel war ein Fußmarsch von Brem­thal „über den Berg" nach Vockenhau­sen erforderlich — keine befriedigende Lösung. Die Suche nach einem ortsna­hen Standort schlug fehl. Es war nie­mand bereit, dort Gelände abzugeben. Im Protokoll zur Vorstandssitzung vom 29. Juli 1955 war hierzu ver­merkt: „Sportplatzfrage soll dem Gemeinderat vorgelegt werden. Nach Scheitern aller anderen angestrebten Projekte will der Vorstand der Gemeinde den Vorschlag unterbreiten auf den gemeindeeigenen Äckern am Beune-Hag zu errichten." Der Ge­meinderat stimmte zu und Bürger­meister Anton Ickstadt handelte schnell. Schon am 6. August 1955 konnte er in einer eigens einberufenen Versammlung alle Pächter zur vorzei­tigen Auflösung der Pachtverträge nach der Ernte bewegen. Ein geeigne­tes Gelände war damit gefunden. Der heute günstige Standort lag damals allerdings noch weit außerhalb der bebauten Ortslage. Auf Initiative von Paul Ickstadt wurden schon im Spätherbst 1955 und im Frühjahr 1956 die erforderlichen Vermessungen und ers­te Planierarbeiten seitens der Firma Kolzem, Idstein, kostenlos durchge­führt. Die Arbeiten gerieten ins Sto­cken, als unter der Last des Baggers vermutlich ein ehemaliger Bergwerks­stollen einbrach. Im Herbst 1956 waren dann aber die Planierungsar­beiten abgeschlossen. Jetzt war Eigen­hilfe gefragt! Da aber viele Mitglieder neben ihrem Beruf abends noch land­wirtschaftlich tätig waren, blieb die meiste Arbeit beim Vorstand und wenigen Helfern hängen. Die Spielflä­che wurde mit Stahlmatten abgeschlif­fen und Quadratmeter für Quadrat­meter von Hand eingeebnet. Lehrer Forst ließ die Schulkinder die Steine ablesen. 50 Kubikmeter Schlacken wurden über den Platz verteilt, die Tore aus Baumstämmen geschnitten und aufgestellt. Auch die Planung und Organisation der Einweihungs­feier, die auf Pfingstmontag, dem 10 Juni 1957 festgelegt wurde, bescherte bei der schwierigen Finanzlage eini­ges Kopfzerbrechen. Doch der große Einsatz hatte sich gelohnt. Als Bürger­meister Anton Ickstadt am Pfingst­montag um 12:30 Uhr ein weißes Band durchschnitt und damit den Platz offiziell an die SGB übergab, waren alle Schwierigkeiten vergessen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Fortbestand des jungen Ver­eins war geschaffen. Auch war er end­lich bei der Bremthaler Bevölkerung angekommen und durfte mit weiterer Unterstützung rechnen.